Svaty Tomas und Burg Wittighausen

Svaty Tomas und Burg Wittighausen Altes Dorf und alte Ruine erweckt zu neuem Leben

Die Wanderung startet am wunderschönen Moldaustausee und abhängig von Anfahrtsweg bzw. eurem Standort ergeben sich 2 Varianten:
a) Start von Frymburk am östliches Moldaustausee, dann mit der Fähre (stündliche Abfahrt nach Frydava übersetzen)
b) Start vom westlichen Moldaustauseeufer (Grenze Österreich) in Frydava
In der kleinen Ortschaft Frydava beginnt unser Aufstieg nach Svaty Tomas bzw. nach Vitkuv Hradek (Burgruine Wittighausen). Wir verwenden hier absichtlich immer die tschechischen Namen, weil diese auch auf den Wegweisern und Hinweisschilder vorkommen und so die Orientierung erleichtern.  In Frydava befinden sich ein paar Restaurants bzw. Strassenverkaufsstände, somit könnt ihr euch vor oder nach der Tour stärken. Am Ortsausgang nach dem Parkplatz biegen wir nach links ab, halten uns an die rechte kleine Teerstrasse und folgen ihr leicht und gemächlich bergan. Je weiter wir der Ortschaft wegkommen um so mehr umschliesst und die fast unberührte Natur. Links und rechts am Weg finden wir Walderdbeeren, Brombeeren und Heidelbeeren im Überfluss.

Noch ein letztes steiles Stück im Wald und wir erreichen schon die offizielle Strasse nach Svaty Tomas. Rechts von uns das Hotel und weiter vorne die Kirche.

Der Ort Svaty Tomas (deutsch St. Thomas) gehört heute zur Gemeinde Predni Vyton und hat eine sehr bewegte Geschichte hinter sich.
Um 1220 ließ Witiko I. von Krumau auf dem Böhmerwaldkamm südlich des Moldautals die Burg Wittinghausen errichten und später zu Füßen der Burg auf einem Pass an der alten Salzstraße nach Krumau die Kirche St. Thoma erbauen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam Svatz Tomas an die Tschechoslowakei zurück und ab 1946 wurde die deutschsprachige Bevölkerung  ausgesiedelt.
Der Ort wurde nur in geringem Umfang mit Tschechen wiederbesiedelt. Sämtliche Dörfer der ehemaligen Gemeinde Reiterschlag, mit Ausnahme von Svatý Tomáš, wurden dem Erdboden gleichgemacht.
Auf dem Turm der Burgruine Vitkuv Hradek entstand eine militärische Radarstation. In Svaty Tomas erfolgte zwischen 1956 und 1958 der Abriss der meisten Häuser; an ihrer Stelle entstanden Wohnblöcke für die Besatzung der Radarstation und für Beschäftigte des Militärforstbetriebs. Das Gebiet wurde später der Gemeinde Přední Výtoň zugeordnet.
Nach der Samtenen Revolution wurde das Sperrgebiet aufgehoben und die Burgruine Vitkuv Hradek (Wittighausen) wieder für Touristen zugänglich gemacht.. Die Kirche St. Thoma im Böhmerwald wurde 1258 erbaut. Ab 1991 erfolgte die Sanierung der einsturzgefährdeten Kirche. Dabei wurde an der Nordseite des Chors ein Wandbild aus dem 14. Jahrhundert entdeckt, das die Jungfrau Maria mit dem Jesuskind und die Heiligen Drei Königen zeigt.  Danneben in Ort das Forsthaus bzw. Jagdschlösschen das im Juli 1990 abbrannte. Nach der Jahrtausendwende fand die Ruine des Jagdschlösschen einen Käufer, der es zwischen 2003 und 2005 als Hotel wiederaufbaute. Heute besteht Svaty Tomas aus elf Häusern, in denen 20 Personen leben, der Kirche und dem Luxushotel.

Wir folgen der Strasse an der Kirche vorbei bis zum Ende. Auf der grobsteinigen Schotterstrasse geht es ein paar Höhenmeter weiter bergan in den Wald, bis sich vor uns schon die Burgruine von Wittighausen zeigt. (Leider steht dort auch eine moderne Sendeanlage damit wir überall sogar im tiefsten Wald der Sumava LTE haben)

Die Ruine der Burg Wittighausen (tschechisch: Vítkův hrádek) befindet sich zwischen dem Moldaustausee im Norden und der Staatsgrenze zu Österreich im Süden auf dem Gipfel des Vítkův Kámen (1035 m) und ist die höchstgelegene Burg in Böhmen (1053 m).
Die Burg wurde vermutlich von dem Witigonen Witiko I. von Krumau gegründet. Sie bildete den Verwaltungsmittelpunkt der neu besiedelten gleichnamigen Herrschaft und diente gleichzeitig der Sicherung des Herrschaftsgebietes, das sich bis auf österreichisches Gebiet ausdehnte. 1302 gelangte die Burg an die Herrscherfamilie der Rosenberger. Um diese Zeit bestand die Herrschaft Wittinghausen aus 15 Dörfern und einer Glashütte.Während der Zeit der kommunistischen Herrschaft bis 1990 war die Burgruine für die Allgemeinheit unzugänglich, da sie wegen ihrer Grenznähe zu Österreich zum politischen Sperrbezirk gehörte.

Die Burg wurde 2005 anlässlich des 200. Geburtstages von Adalbert Stifter nach 60 Jahren wieder öffentlich zugänglich gemacht.
Die gesamte Restaurierung wurde von der “Bürgervereinigung Kleine Burg” (Vítkov Hrádek Friends) als Symbol der „Gegenseitigkeit“ geleistet und ihr Ziel war nicht nur wichtige kulturelle Denkmäler zu restaurieren, sondern auch einen Treffpunkt für tschechische und deutschsprachige Menschen an der Grenze von drei Ländern zu schaffen – Tschechische Republik, Österreich und Deutschland.
Die Gesamtinvestitionen für Reparaturen erreichten fast 22 Mio. CZK (ca. 880.000 Euro).
Die Burg Wittighausen (Vítkův Hrádek) wurde wegen seiner weitläufigen Lage am unverbrannten Grenzkamm und seiner reichen Geschichte zu einer romantischen Inspirationsquelle für Maler und Schriftsteller.  Um die Burg und die Umgebung spielt Adalbert Stifters Erzählung Der Hochwald. Sein historischer Roman Witiko beginnt mit der Burg Wittinghausen, die er im Roman als „Burg Witikohaus“ errichten lässt.

360 Grad Panormaausblick auf den Moldaustausee, den Böhmerwald und bei guten Wetter bis zu den Alpen erwartet uns.

Zurück durch den Ort, der Strasse links wieder folgend und dann scharf rechts in den Wald auf den Forstweg abbiegend, geht es bergab. Wir treffen wieder auf eine Teerstrasse und einen Parkplatz. Dort der Strasse nach links hinab einfach folgen bis wir wieder

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