Polednik Mittagsberg Aussichtsturm

Polednik Mittagsberg Aussichtsturm Wandertour auf den Polednik und zum Gletschersee

Diese Wandertour führt uns durch die unberührte Natur der Sumava zu alten Militärgelände und jetztigem Aussichtsturm auf dem Polednik (1315 Meereshöhe) von Prasily aus.
Der Name (Poledník, von poledne – Mittag) erhielt er vermutlich von Holzfällern, die behaupteten, dass, sobald die Sonne über den Scheitel dieses Berges steigt, Mittag und damit Zeit zum Mittagessen wäre.
In den 60er und 70er Jahren wurde der Gipfel militärisch genutzt, durch seine günstige Lage nahe zum damaligen Staatsfeind Westen und der Höhe von 1315 Metern, ein idealer Ort zur elektronischen Überwachung des Westens.
Der Turm und 4 grosse Gebäude wurden für diesen Zweck errichtet. Die darin befindliche Technik ermöglichte dem Militär des Warschauer Paktes, Einblick in die Kommunikation der NATO-Streitkräfte des Westens zu nehmen. Sie ermöglichte es, Radiosignale vom Festland wie vom Meer zu empfangen; dazu sogar Polizeifunk wie auch zivile Radiosender abzuhören. Die Militärobjekte unterlagen höchster Geheimhaltung und wurden streng bewacht, sodass auf dem Großteil der Landkarten der damaligen Zeit der Polednik nicht eingezeichnet war und die Wege auf den Karten absichtlich verschleiert oder weggelassen wurden. Das Gebiet rund um den Polednik wurden von der Armee als Übungsgelände und Schießplatz (Militärgelände Dobra Voda) genutzt und völlig isoliert war.
Erst 1989 verliess das Militär das Objekt und gab auch Gelände wieder frei.
Im Jahre 1997 kaufte dann die Verwaltung des Nationalparks Sumava das Objekt und führte eine umfassende Renovierung durch. Die Gebäude wurden entfernt und der Turm selbst für die öffentliche Nutzung hergerichtet. In die Laminat-Anbauten, die das charakteristische Bild des Poledníks prägen und in denen sich vormals die Abhör- und Radartechnik befand, wurden Fenster eingebaut; der Gipfel des Turms bekam einen neuen Umgang.

Im Ort Prasily gibt es viele Parkmöglichkeiten, bitte aufpassen manche davon sind kostenpflichtig. Einige Restaurants, Pensionen, Supermarkt und Cafes gibt es hier, somit ist für unsere spätere Einkehr bestens gesorgt.
Am Ortsende der Strasse nach unten folgende verlassen wir auf Schusters Rappen die Ortschaft und biegen gleich den ersten Feldweg mit Schranke nach rechts ein. Leider fehlt hier jedliche Beeschilderung.

An der Weggabelung halten wir uns links, folgen den steiniger werdenden Weg tiefer in die Wälder der Sumava. Unberührter wir die Natur je weiter wir kommen. An der nächsten Weggabelung nehmen wir absichtlich den mittleren (rechts halten) und nicht markierten Weg, der zuerst paraell und später sich dann weiter von unteren entfernten. Unmengen von Heidelbeerbüschen, mit saftigen Beeren säumen fortan unsere Wanderung. Langsam wird der Weg durch den Mischwald steiniger, unwegsamer und auch steiler. Bei der Markierung nicht rechts in den Wald abbiegen, sondern noch ein kleines Stück weiterwandern. Ab jetzt wird es richtig steil und der Forstweg zum Pfad.
So erreichen wir eine irgendwie mystische Hochebene, wildes Gras, entwurzelte, umgestürzte Bäume, vermoderte Baumleichen und
grandiose Aussicht über fast die ganze Sumava.

Vor uns sehen wir schon den 37 Meter hohen Aussichtsturm des Polednik auf 1315 Meter, den wir von Norden her erreichen.
Ein kleiner Kiosk versorgt uns mit den Nötigsten.
Der Turm kann gegen eine kleine Gebühr bestiegen werden und im Inneren befindet sich in der ersten Etage ist eine Servicetheke; die zweite Etage ist der Geschichte des Poledníks gewidmet (Ausstellung der militärischen Nutzung); in der dritten Etage befindet sich die Ausstellungsfläche zum Thema Kyrill und über eine Leiter gelangt man zur Aussichtsplattform.
Die höchsten Gipfel des Böhmerwaldes sind von hier aus klar zu sehen, der Großer Arber (1456 Meter), der Kleine (1389m) und Großer Rachel (1453m) und der Boubin (dt. Kubany 1362m) oft sind auch die Alpen in Sichtweite.

Sumava Panoram Mittagsberg

Nach Süden folgen wir den breiten Forstweg durch die karge Landschaft, den Polednik immer im Rücken.  An der grossen Kreuzung nach links und der Schotterstrasse folgen bis wir wieder nach links wandern. Bergab, immer auf dem Schotter bis wir wieder nach links zum See abbiegen. Erst auf breitem Weg, der dann immer schmaler wird, bis er schliesslich als steiniger Pfad am Prasilske jezero (Stubenbacher See), der ein Gletschersee zwischen den steilen Hängen des Bergkammes vom Mittagsberg (Poledník, 1315 m) und Kleine Riegeln (Skalka, 1237 m) ist endet. Still und fast verwunschen liegt der See eingebettet in den Wald vor uns.
Ein kleiner Pfad führt uns jetzt, durch fast unberührte Natur über Stock und Stein weiter.

DEr Pfad wird langsam wieder zum Weg und schlägelt sich bergab durch den Wald hinab, bis wir wieder die Kreuzung erreichen an der wir schon beim Aufstieg waren. Nur noch den Weg zurück nach Prasily folgen und unsere traumhafte Tour endet wieder am Ausgangsort.