Tour Nr. 16


Touren Übersicht


16. Haidmühle nach Aigen-Schlägl am Schwemmkanal
60,2 km - 312 Hm
Im Grenzland zwischen Österreich, Böhmen und Deutschland, an den Hängen von Dreisesselberg, Plöckenstein und Hochficht, hat seit 1789 ein Verkehrsweg seinen Ursprung, der nach 60 Kilometern in die Donau endet.
Der "Krumau-Holzschwemm-Kanal" beginnt in Böhmen in 924 Metern Höhe, durchschneidet einen Sattel mit einem der ersten Tunnel Mitteleuropas, überquert die europäische Haupt-Wasserscheide und senkt sich auf österreichischem Gebiet in einem beeindruckenden Steilabfall zur Großen Mühl. Er wurde zu keinem anderen Zweck errichtet, als um Brennholz nach Wien zu bringen. Diese Tour führt exakt entlang am Schwarzenbergischen Schwemmkanal, dessen freigelegte und restaurierte Abschnitte im Nationalpark Böhmerwald einen der schönsten Wege Mitteleuropas bilden.

Diese Tour hatten wir schon lange geplant, da wir die gesamte Länge des Schwemmkanals (welcher auch Das Achte Weltwunder genannt wird) noch nie von Beginn bis zum Ende gefahren waren und somit eine Lücke entstand, um neue Touren zu erforschen oder anzuknüpfen. Des Weiteren fragten viele, ob wir den gesamten Schwemmkanal zum Download hätten. Diesen Wunsch können wir nun auch erfüllen.
Geschichte des Schwemmkanals und die gesamte Strecke als gpx-file gibt es im unteren Abschnitt.

Ausgangspunkt der Tour ist in Haidmühle / Deutschland, nähe Grenzübergang an der B12 in Phillipsreuth.
Parkplätze stehen im Ort zur Verfügung oder kurz vorm kleinem Grenzübergang (Stozec) der gross, aber gebührenpflichtig ist. An der ersten grossen Gabelung rechts halten und weiter dem Weg folgen.
Nach der einzigen längeren Steigung auf der gesamten Strecke kreuzt der Anfang des Schwemmkanals.
Rechts der Strasse (ca. 50m) befindet sich das Denkmal vom Erbauer mit dem ersten Schleuseneinlauf.
Jetzt geht es den kleinen Pfad entlang, bis wir, immer dem Kanal folgend, auf eine grosse Forststrasse stossen.
Von hier aus kann auch die Auffahrt zum Plöckensteinsee gestartet werden. Tourenbeschreibung hierzu wird demnächst folgen. Am historischen Tunnel des Schwemmkanal bis nach Jeleni, hier hat man die Möglichkeit links nach Nova Pec zum Moldaustausee abzubiegen (andere Touren zweigen hier ab), aber wir halten uns links und folgen dem Kanal bis nach Glöcklberg. Ideale Einkehr bei der Pension Maria hier. Kurz nach der Kirche könnte man rechts abbiegen zum Grenzübergang nach Österreich (Schöneben). Wir bleiben immer gerade aus am Kanal und kommen auch hier nach ein paar Kilometern nach Österreich. Vorbei am Bärnstein bis nach kurz vor Sankt Oswald.
Hier geht der Kanal wieder weiter über die sehenswerten Steilstufen bis Morau, wo der Kanal offiziell endet.
Wir fahren aber direkt nach St. Oswald und von dort weiter bis Aigen-Schlägl wo unsere Tour endet.


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Am Schwemmkanal

Am Schwemmkanal



Schwarzenbergischer Schwemmkanal - Geschichte und Gegenwart
1774 legte zum erstenmal Ingenieur Josef Rosenauer seinem Arbeitgeber, dem Fürsten Schwarzenberg einen genialen Plan vor: Mittels eines Kanals sollte das Holz von den nördlichen Hängen des Böhmerwaldes über die europäische Hauptwasserscheide zur Großen Mühl und weiter auf der Donau bis nach Wien gebracht werden. In der damaligen Reichshauptstadt gab es große Holznot, darum waren die Brennholzpreise sehr hoch. Der erste Vorschlag Rosenauers wurde vom Fürst nicht angenommen. Erst Anfang Mai 1789 wurde mit dem Bau begonnen. In der ersten Etappe bis 1793 wurde der Abschnitt von der Großen Mühl über die Wasserscheide beim Růžový Vrch / Rosenhügel (heute U Korandy benannt) bis zum Hirschbach in Jelení Vrchy / Hirschbergen gebaut. 1821-1823, schon nach Rosenauers
Tod, folgte der Bau der von Rosenauer vorgeschlagenen Strecke und wurde mit kleinen Änderungen vollendet. Unter anderem war auch ursprünglich ein 419 m langer Schwemmtunnel in Jelení Vrchy vorgesehen. Die gesamte Länge des Schwemmkanals erreichte 51,9 km. An dem Bau waren bis 1200 Männer beteiligt, die unter unvorstellbaren Bedingungen in den dichten Urwäldern des Böhmerwaldes schwer gearbeitet haben.
Auch beim Betrieb war es nötig, eine große Menge Personal einzusetzen: beim Holzeinwurf waren ca. 30 Männer eingesetzt, die Schwemme haben ca. 300 Personen beaufsichtigt, bei der Mündung der Großen Mühl in die Donau haben 350 Menschen gearbeitet. Während den ca. 100 Jahren "der goldenen Zeit" des Schwemmkanals wurde zur Großen Mühl fast 8 Millionen Raummeter Brennholz geschwemmt. Die Schwemme nach Wien wurde 1892 beendet. Die letzte Schwemme nach Österreich - nach Haslach - war im Jahre 1916. Um 1900 wurde der Schwemmbetrieb im Böhmen von Brennholz auf Langholz geändert. Der Holztransport durch den Schwemmkanal zur Moldau und
zum Holzplatz in Želnava / Salnau, resp. später in Nová Pec, dauerte bis 1961 an.
Der Schwarzenbergische Schwemmkanal wurde in der Tschechoslowakei in den 70er Jahren in die Liste der technischen Denkmäler eingetragen. Da der Kanal durch das frühere Grenzgebiet führte und durch den Forstbetrieb war der Schwemmkanal schwer beschädigt. Zu großen Schäden ist es auch in Österreich gekommen.
Ende der 80er Jahre wurde die Rekonstruktion des Tunnels in Hirschbergen durchgeführt. 1991 wurde zuerst als Privatinitiative, später auf Kosten der Forste der Tschechischen Republik (Lesy České republiky) die Rekonstruktion des praktisch verschwundenen Kanals im Bereich des Iglbaches auf der tschechisch-österreichischen Grenze zustande gebracht. In den 90er Jahren begann die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Forste der Tschechischen Republik, der Nationalparkverwaltung mit der österreichischen Tourismusverbändegemeinschaft
Böhmerwald. Dank dieser wurde im Bereich des Iglbaches bis heute 1800 m Kanalstrecke auf böhmischen und 700 m auf österreichischem Gebiet rekonstruiert. Die Forste der Tschechischen Republik haben 1997 - 1999 den Schwemmkanal in der Steilstufe unter der österreichischen Ortschaft Morau saniert. 1999 hat die Nationalparkverwaltung eine Rekonstruktion des Schwemmkanals zwischen Jelení Vrchy und der Abzweigung
der Hefenkriegbach-Riese in der Länge von über 11 km durchgeführt. Entlang des Schwarzenbergischen Schwemmkanals führt praktisch in der ganzen Länge ein Begleitweg, der für Radfahrer befahrbar ist.

Hier nun das GPX File des Schwemmkanals in gesamter Länge Schwemmkanal.GPX.

Schwemmkanal Schleuse
Schwemmkanal Schleuse

Schwemmkanal in CZ
Schwemmkanal in CZ


Schwemmkanal restauriert
Schwemmkanal restauriert

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  Photos und Copyright Klaus Kickingereder