Tour Nr. 68
Anfahrt: Für die spätherbliche Wandertour kann direkt hinter der Gastwirtschaft in Holzschlag beim Einstieg geparkt werden. Leicht ansteigend den mittleren Forstweg durch den Mischwald folgend, erreichen wir nach ein paar hundert Meter eine Skipiste die zum Skigebiet Hochficht gehört und wir überqueren. Die breite Forststrasse ist gut ausgebaut und schraubt sich langsam aber stetig bergan. Was haben wir heute vor? Warum der Plöckenstein? Nach knapp 8 Kilometern befindet sich rechts ein Rastplatz. Wir aber biegen scharf links in den steinigen Waldweg ein. Dieser Waldweg führt uns steil bergauf und macht den Aufstieg durch die massiven Steine, Felsbrocken und Rinsale nicht gerade leicht, sondern erfordert viel Konzentration und Trittsicherheit. Aber die Naturschönheit die sich weiter oben eröffnet macht dies wieder wett. Riesen Felsblöcke aus Granit, überzogen mit Moos, wild durcheinander gewürfelt aber doch ruhig insich begleiten unsere letzten Meter bis zum Plöckensteiner See. Noch ein Hinweis zu unserer Tour. Wir starteten bei +2 Grad und dicken Hochnebel in Holzschlag, was unsere Wanderfreude nicht gerade zum Genuss machte und der dicke kalte Nebel und zusetzte, aber wir hatten immer die Hoffnung, durch den Hochnebel hindurchstossen zu können und eine traumhafte Inversivwetterlage, mit strahlenden Sonnenschein über Nebel zu haben. Die Hoffnung stribt zuletzt! Und so kommen wir bei einer Höhe von 1090 m am Plöckensteinsee (Plešné jezero) an. Eine dicke Eisschicht ist schon auf den See und wir können nicht bis zum anderen Ufer und den Steilhang, durch den Nebel blicken. Um den See ranken sich einige Sagen, aber diese geben uns auch keine besser Sicht und so machen wir uns an der westlichen Seeseite zum Aufstieg auf den Plöckenstein. Der schmale und steile Pfad ist gesäumt von umgefallenen Bäumen, grossen Steinen, Wurzeln und rauhreif überzogenen Gestrüp. Auf 1200 Meter durchbrechen wir den Hochnebel und strahlender Sonnenschein erwartet uns. Unter uns liegt der See noch in Nebel getraucht, die Nebelschwaden wabbern an den Berghängen umher und eine Fernsicht nach Nordosten nach Tschechien lässt unseren Atem stocken. Je höher wir steigen um so beeindruckender wird die Szenerie. So gelangen wir nach ca. 300 erkämpften Höhenmetern zum Adalbert Stifter Denkmal. Der Obelisk ragt in den blauen Himmel, unter uns das Nebelmeer, ein traumhafter Ausblick über die Nordhänge des Plöckensteins. Das Denkmal besteht aus einem 14,5 Meter hohem Obelisken aus Granit. Auf der Frontseite des Steins steht der Name Adalbert Stifters und eine Würdigung. Auf den Seiten sind zwei Zitate aus seinen Werken in den Stein gemeiselt und auf der dem See zugewandten Seite wurde das Baudatum aufgetragen. Neben dem Denkmal wurde auch noch eine Aussichtsplattform erbaut, die dem Blick zum See freigibt. Das Denkmal, sowie der See waren wie eingangs erwähnt durch den Eisernen Vorhang für Jahrzente unzugänglich. Um so mehr können wir stolz auf ein freies Europa sein! Weiter bergauf, die letzen 100 Höhenmeter Richtung Süden, erreichen wir auf kleinen Wanderpfaden den Gipfel und somit den Plöckenstein (1378 m). Nach diesem traumhaften Panorama Blicken machen wir uns zum Abstieg bereit. Immer am Grenzkamm entlang geht es über einen schmalen, mit Geröll und Wurzeln übersähten Pfad links hinab. Hier die Wegweiser ausser acht lassen und immer gerade der Grenze folgenden erreichen wir die Baumgrenze wieder und werden von einen schönen Mischwald empfangen. Nach 2 Kilometern bergab erreichen wir wieder den Grenzübergang, den wir von unseren Aufstieg schon kennen und so folgen wir den breiten Forststrasse wieder hinab bis nach Holzschlag, unseren Ausgangsort.
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Klaus
Kickingereder